Ziemlich ereignisreich waren die letzten Tage für uns Fußballfans. Hauptsächlich geht es hier natürlich um den FC Bayern, aber auch ein Blick über den Tellerrand kann nicht schaden.
Hat Manuel Neuer dem FC Bayern bereits das Jawort gegeben? Behält das “Orakel von Mailand” auch im Falle Ribery recht? Warum Mark van Bommel zunächst nur für ein Jahr verlängert hat und warum der VfB Stuttgart keine internationale Spitzenmannschaft ist. All das wird nachfolgend ein wenig durchleuchtet.

.

Los geht es mit dem sich seit mindestens zwei Jahren ziehenden Thema “Torwart beim FC Bayern“. Weniger neu ist die Tatsache, dass Michael Rensing es als Nummer Eins beim Rekordmeister weder unter Jürgen Klinsmann, noch unter Jupp Heynckes und schon gar nicht bei Louis van Gaal durchsetzen konnte. Wenn drei sehr unterschiedliche Trainer einheitlicher Meinung sind, dann kann es um die Qualitäten Rensings nicht so besonders gut bestellt sein, wie dieser anfangs nicht müde wurde zu behaupten. Natürlich ist auch Uli Hoeneß vorzuwerfen, dass er Rensing bereits in die Nationalmannschaft geredet hat, bevor dieser überhaupt seine ersten Spielminuten als Nachfolger Oliver Kahns absolviert hat und ihn mit Vorschusslorbeeren nur so überhäuft hat. Das ging sauber nach hinten los.

.

Da Jörg Butt seine Sache zwar sehr anständig macht, Ausnahmen bestätigen die Regel, und nach “kicker”-Noten der beste Keeper der Liga ist, stellt er natürlich mit seinen 35 Lenzen keine Dauerlösung dar. Ziel ist es, mit einem neuen Tormann eine neue erfolgreiche Ära einzuleiten, wie es auch mit Olli Kahn funktioniert hat. Dafür kommen aus Deutschland wohl nur Manuel Neuer und René Adler infrage. Zu ersterem schrieb die Münchner “tz” gestern, dass Präsident Uli Hoeneß bei in auserwähltem Kreis durchsickern ließ, dass Neuer dem FC Bayern bereits eine Zusage gegeben habe und es nun von Schalke abhängt, ob der Wechsel im Sommer oder doch erst 2011 über die Bühne geht. Manuel Neuer bestreitet diese Zusage allerdings. Wirklich stichhaltig wird es wohl erst gegen Sommer. Dass jedoch der Name des neuen Bayernkeepers Manuel Neuer lauten wird, darüber sind sich inzwischen viele einig.

.

In der Fußballszene gibt es einen mächtigen Mann aus Italien, der mit großzügigem Insiderwissen ausgestattet schon so manchen überraschenden, spektakulären Transfer vorab öffentlich verriet. Die Rede ist von Ernesto Bronzetti, seines Zeichens Berater beim AC Milan, genannt “Milan-Orakel”. Nach den “vorhergesagten” Transfers von Cristiano Ronaldo und Kaka zu Real Madrid behauptet er nun, dass Franck Ribery sich im Sommer ebenfalls den “Königlichen” anschließt und nach Madrid wechselt und auch Cesc Fabregas und Edin Dzeko auf den Wunschzetteln der Spitzenteams stehen. Unrealistisch wäre ein Wechsel natürlich nicht, auch wenn Rummenigge und Hoeneß stets betonen, dass sie gar nicht so pessimistisch sind, was eine Verlängerung des 2011 auslaufenden Vertrages anbelangt. Warten wir mal ab, das ist ohnehin das beste, was man bei Transfergeschichten rund um den Franzosen seit rund anderthalb Jahren tun kann.

.

Eine andere Vertragssache ist gestern allerdings an der Säbener Straße reibungslos abgewickelt worden. Kapitän Mark van Bommel hat seinen bestehenden Einjahresvertrag um ein weiteres Jahr verlängert. Und das, obwohl ihm ein Zweijahreskontrakt angeboten worden ist. Der Niederländer möchte sich aber die Option lassen, im übernächsten Sommer den Verein wechseln können, wenn ihm danach ist. Ich vermute, dass ein angepeilter Champions League-Triumph, so unrealistisch sich das jetzt für einen Bayern-Anti auch anhören mag, oder ein möglicher Abschied von Trainer van Gaal da eine wichtige Rolle spielen könnten. Andererseits lässt sich van Bommel aber das Türchen in die andere Richtung auch offen. Wenn alles wunderbar klappt, würde man sich in einem Jahr wieder an den Tisch setzen und den nächsten Ausdruck unterzeichnen. Auch wenn viele Fans anstelle des “Aggressiv-Leaders” lieber einen jüngeren, spielerisch talentierteren Strategen, wie etwa Sami Khedira von Stuttgart, im Team sehen würden, so ist van Bommel doch in seiner ganzen Art immens wichtig für das Team, was am deutlichsten wird, wenn er nicht auf dem Platz steht und die Mannschaft ohne ihn auskommen muss.

.

Gestern ist der VfB Stuttgart wenig überraschend im Achtelfinale der Champions League am amtierenden Champion, dem FC Barcelona, gescheitert. Ein sattes 0:4 aus Sicht der Schwaben reichte natürlich nicht aus, um eine noch größere Überraschung zu landen, als Olympique Lyon, die mit Real Madrid die teuerste Mannschaft der Welt aus dem Turnier gekegelt haben. Die Stuttgarter Leihgabe des FC Barcelona, Aliaksandr Hleb, sagte nach dem Spiel, dass “einige wohl Angst” hatten. Und genau das sei der Unterschied zu einer Spitzenmannschaft, so der Weißrusse. Leider hatte es hier eine deutsche Mannschaft getroffen, aber so wie Weltfußballer Lionel Messi derzeit aufgelegt ist, lässt er aller Voraussicht nach jede Abwehr dieser Welt wie ein Haufen Stümper aussehen. Hoffentlich trifft Barcelona im Viertelfinale auf Inter Mailand oder Manchester United, dann können sich die Favoriten gegenseitig rausschubsen und der FC Bayern bekäme einen etwas machbareren Gegner zu gelost. Vielleicht ZSKA Moskau oder Girondins Bordeaux, gegen die man laut Franz Beckenbauer kein drittes Mal in Folge verlieren würde. Am Freitag ist die mit Spannung erwartete Champions League-Auslosung für 13 Uhr angesetzt. Zu verfolgen auf UEFA.com im Livestream oder bei Eurosport.