Gestern hat Apple-Guru Steve Jobs das neue, heiß erwartete Gerät präsentiert, auf das Techis weltweit so aufgeregt gewartet haben. Man sicherte sich verschiedene Markennamen, wie etwa iPad oder iSlate. Apple möchte den “mobile internet”-Markt mit diesem Gerät revolutionieren und alle iPhone- und iPod-Besitzer schreien fleißig hurra und kleben wahrscheinlich einen zweiten Apple-Aufkleber ans Auto, um allen zu zeigen, wie toll man die Firma findet. Oder vielleicht doch, um einfach nur zeigen, dass man ein iPhone, oder ein iPod besitzt?
Ich frage mich: was will man mit dem Gerät denn, was man mit einem seit 15 Jahren erhältlichen Tablet-PC noch nicht wollte? Es scheint einfach nur chique zu sein, Geräte mit dem angefressenen Apfel zu nutzen. Man ist hipp und trendy und gibt viel Geld dafür aus. Und ich bin fast der Meinung, dass man letzteres mit Apple-Produkten gern zur Schau stellen möchte. Ich sage an dieser Stelle nichts gegen das iPhone, das ist mehr als ein Handy und das möchte ich nach Ablauf des jetzigen Handyvertrags auch nutzen. Selbiges gilt wohl auch den für den iPod, der den mp3-Player-Markt mit über 270 Millionen verkauften Exemplaren weit mehr als nur aufgemischt hat.
Aber was an diesem neuen iPad so besonders sein soll, erschließt sich mir nicht. Es ist nicht multitaskingfähig, kann offenbar ohne weiteres kein Flash im Browser darstellen, “glänzt” im Bildformat 4:3 und kann auch High Definition somit nicht richtig handlen. Eine Kamera wäre auch ein nettes Extra gewesen, nicht nur für Fotos, vielmehr für Video-Chats, wenn man darauf steht. Hat sogar mein Notebook. Immerhin sieht’s cool aus.
Das iPad gibt es in unterschiedlichsten Ausführungen zu unterschiedlichsten Preisen. Mit dem, nennen wir es Einstiegsmodell, kann man bloß zuhause über W-LAN surfen. Für unterwegs bräuchte man dann die UMTS-Variante, die natürlich ein paar Schleifen mehr kostet. Zudem gibt es unterschiedliche Speicherkapazitäten zwischen 16 GB und 64 GB. Je nach Geldbeutel und wahrscheinlich Prestige.
Die zahlreichen Apple-Jünger werden wohl die nächsten 500-800 Euro dafür ausgeben, weswegen sich das Gerät sicherlich am Markt festsetzen wird. Eine derartige “Neuerfindung des Rads”, wie mit dem iPhone und dem iPod erlebt, kann ich mir hierbei aber so gar nicht vorstellen. Dafür muss man ganz klar sagen, dass es im Vergleich zu Note- oder Netbooks bestimmt nicht mehr- aber wahrscheinlich deutlich weniger kann. Ich bin gespannt.


